Wenn du an Steglitz-Zehlendorf und seine berühmten Söhne denkst, kommst du an einem Namen kaum vorbei: Götz George.
Der Schauspieler, der Millionen als ruppiger Tatort-Kommissar Horst Schimanski kannten, wuchs am Kleinen Wannsee auf, mitten in deinem Bezirk.1
Hier, zwischen Villen, Wasser und Wald, begann die Geschichte eines Mannes, der zu den prägendsten Gesichtern des deutschen Films wurde.
Am 19. Juni 2016 starb Götz George im Alter von 77 Jahren in Hamburg.2 Die Frage "Was wurde aus Götz George?" lässt sich heute nur noch als Rückblick beantworten.
Und doch ist seine Verbindung zu Steglitz-Zehlendorf bis in die Gegenwart greifbar: Er liegt auf dem Friedhof Zehlendorf begraben, ganz in der Nähe seines berühmten Vaters. Wir schauen darauf, woher er kam, was ihn unsterblich machte und was von ihm in deinem Bezirk geblieben ist.
Vom Wannsee auf die große Leinwand
Götz George kam am 23. Juli 1938 in Berlin zur Welt, als Sohn zweier großer Namen des deutschen Theaters: Vater Heinrich George war einer der gefeiertsten und zugleich umstrittensten Schauspieler seiner Zeit, Mutter Berta Drews ebenfalls eine bekannte Bühnen- und Filmschauspielerin.2
Seinen Vornamen verdankt er Heinrichs Lieblingsfigur, dem Reichsritter Götz von Berlichingen.
Aufgewachsen ist Götz George am Kleinen Wannsee, in einer Gegend, die heute zu Steglitz-Zehlendorf gehört.1
Seine Kindheit war von einem schweren Schlag überschattet: 1946 starb sein Vater in sowjetischer Internierung im Lager Sachsenhausen, da war Götz gerade einmal acht Jahre alt. Mutter Berta Drews zog die beiden Söhne danach allein groß.
Schon mit zwölf Jahren stand Götz George zum ersten Mal auf der Bühne.
Sein Talent zeigte sich früh: Für seine Rolle in dem Film "Jacqueline" wurde er Ende der 1950er Jahre mit einem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.2
Damit war der Grundstein für eine Karriere gelegt, die über mehr als ein halbes Jahrhundert reichen sollte.
Wenn dich die Künstlerdynastien und prägenden Gesichter aus deinem Bezirk interessieren, findest du weitere Porträts unter berühmte Personen aus Steglitz-Zehlendorf.
Schimanski und die großen Rollen
Berühmt wurde Götz George 1981 mit einer Figur, die das deutsche Fernsehen veränderte: Horst Schimanski, der raubeinige Duisburger Tatort-Kommissar, der fluchte, prügelte und sich wenig um Konventionen scherte.
Von 1981 bis 1991 verkörperte George den Ermittler in zahlreichen Tatort-Folgen und machte den Parka und das Wort "Scheiße" zu Markenzeichen einer ganzen Fernsehgeneration.2
Doch George war weit mehr als Schimanski. In Helmut Dietls Mediensatire "Schtonk!" (1992), einer Abrechnung mit dem Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher, zeigte er sein komödiantisches Talent.
Seine vielleicht beeindruckendste Leistung lieferte er 1995 in "Der Totmacher", in dem er den Serienmörder Fritz Haarmann verkörperte.
Für diese Rolle erhielt er bei den Filmfestspielen in Venedig den Darstellerpreis.2
George scheute keine Wandlung. Er spielte Mörder, Ermittler, gebrochene Helden und reale Figuren. 2014 würdigte ihn die Bundesrepublik mit dem Großen Verdienstkreuz für sein Lebenswerk.2
Wer die kulturelle Geschichte des Bezirks nachvollziehen möchte, findet Hintergründe in unserem Überblick zur Geschichte von Steglitz-Zehlendorf.
Der Steglitz-Zehlendorf-Bezug und sein Vermächtnis
Als Götz George 2016 starb, kehrte er noch einmal in seinen Bezirk zurück.
Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof Zehlendorf, im Familiengrab, nur wenige Schritte vom Grab seines Vaters Heinrich George entfernt.3
Die Trauerfeier fand auf seinen Wunsch im engsten Familienkreis statt, der Ort der Beisetzung wurde erst Wochen später öffentlich bekannt.3
Nach seinem Tod gab es auch den Wunsch, den Schauspieler dauerhaft im Stadtbild zu verankern.
Die CDU-Bezirksverordnete Sabine Lehmann-Brauns wollte im Sommer 2016 einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung einbringen, um eine Straße oder einen Platz in Steglitz-Zehlendorf nach Götz George zu benennen.1
Die Begründung lag nahe: Hier wuchs er auf, hier liegt die Familie begraben.
Eine offizielle Götz-George-Straße ist daraus bislang allerdings nicht geworden. Straßenbenennungen in Berlin sind ein langwieriger Prozess mit eigenen Regeln, und ein öffentlich bekannter, umgesetzter Beschluss zu einer Götz-George-Straße liegt für den Bezirk bis heute nicht vor.
Sein Vermächtnis trägt der Bezirk also vorerst weniger auf Straßenschildern als in der Erinnerung. Wenn du auf Spurensuche gehen willst, lohnt ein Blick auf die Sehenswürdigkeiten in Steglitz-Zehlendorf rund um den Wannsee.
Was von Götz George bleibt
Götz George hinterlässt ein Werk, das in der deutschen Film- und Fernsehgeschichte einen festen Platz hat. Schimanski wurde zur Kultfigur, seine Charakterrollen setzten Maßstäbe, und sein Name steht bis heute für kompromisslose Schauspielkunst.
Anders als bei manchem Kollegen verblasst seine Präsenz nicht: Die Tatort-Folgen laufen weiter, "Der Totmacher" gilt als Klassiker.
Für Steglitz-Zehlendorf bleibt er einer der ganz großen Söhne des Bezirks, neben anderen bekannten Namen wie Eckart von Hirschhausen.
Sein Grab auf dem Friedhof Zehlendorf ist ein stiller Ort, an dem Familiengeschichte und Filmgeschichte zusammenfinden.
Und vielleicht trägt eines Tages doch noch eine Straße seinen Namen. Bis dahin bleibt Götz George dort lebendig, wo er hingehört: in der Erinnerung an einen Mann, der vom Kleinen Wannsee aus zur Leinwand-Legende wurde.
Häufige Fragen zu Götz George
Wann und wo wurde Götz George geboren?
Götz George wurde am 23. Juli 1938 in Berlin geboren. Er wuchs am Kleinen Wannsee auf, in einer Gegend, die heute zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf gehört.
Wann ist Götz George gestorben?
Götz George starb am 19. Juni 2016 im Alter von 77 Jahren in Hamburg.
Wo ist Götz George begraben?
Er wurde im Familiengrab auf dem Friedhof Zehlendorf beigesetzt, ganz in der Nähe des Grabes seines Vaters Heinrich George. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.
War Götz George mit Heinrich George verwandt?
Ja. Götz George war der Sohn des bekannten Schauspielers Heinrich George und der Schauspielerin Berta Drews. Heinrich George starb 1946 in sowjetischer Internierung, als Götz acht Jahre alt war.
Gibt es eine Götz-George-Straße in Berlin?
Nach seinem Tod 2016 gab es in Steglitz-Zehlendorf die Initiative, eine Straße oder einen Platz nach ihm zu benennen. Ein öffentlich bekannter, umgesetzter Beschluss für eine Götz-George-Straße liegt bislang jedoch nicht vor.