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Lokales

16 berühmte Personen aus Steglitz-Zehlendorf: Wannsee-Dichter bis Studentenführer

Vom Dichter am Wannsee bis zum Wortführer der Studentenbewegung

Von Florian Reimann | 18. Juni 2026
16 berühmte Personen aus Steglitz-Zehlendorf: Wannsee-Dichter bis Studentenführer © Andrea Bergmann

Kein anderer Berliner Bezirk verbindet so viel Wissenschaft, Kunst und Geschichte auf so engem Raum wie Steglitz-Zehlendorf. Zwischen den Villenkolonien an Wannsee und Nikolassee, den Forschungsinstituten in Dahlem und den ruhigen Wohnstraßen rund um den Schlachtensee haben Menschen gelebt und gearbeitet, deren Wirken weit über Berlin hinausreichte. In Dahlem entstand mit der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft das deutsche Pendant zu Oxford, und an den Seen suchten Maler, Architekten und Schriftsteller die Idylle vor den Toren der wachsenden Großstadt.

Wer durch den Bezirk geht, stößt überall auf Spuren: ein Grab am Kleinen Wannsee, eine Gedenktafel an einem Reihenhaus, ein nach einer Schriftstellerin benanntes Gebäude, ein Institut, in dem die Kernspaltung entdeckt wurde. Diese Liste versammelt Persönlichkeiten, deren Lebenswege sich nachweislich mit Steglitz-Zehlendorf verknüpfen, von der Romantik bis in die Gegenwart.

Was dich erwartet

1. Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist, zeitgenössisches Porträt.
Heinrich von Kleist, zeitgenössisches Porträt. Foto: unbekannt / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1777 bis 1811
  • Funktion: Dichter und Dramatiker
  • Wannsee-Bezug: Freitod und Grab am Kleinen Wannsee
  • Spuren heute: Gedenkstätte zwischen Bismarckstraße und Kleinem Wannsee

Heinrich von Kleist gehört zu den bedeutendsten Dramatikern der deutschen Literatur, doch sein Name ist im Bezirk vor allem mit seinem Tod verbunden. Am 21. November 1811 ging er mit Henriette Vogel an das Ufer des Kleinen Wannsee, wo beide ihrem Leben ein Ende setzten.1

Weil ein Begräbnis auf einem Friedhof damals verwehrt blieb, wurden die beiden an Ort und Stelle bestattet. Das Kleistgrab am Kleinen Wannsee ist bis heute eine Gedenkstätte und ein Ziel für literarische Spaziergänge durch Wannsee.

2. Max Liebermann

Max Liebermann, Fotografie von Jacob Hilsdorf.
Max Liebermann, Fotografie von Jacob Hilsdorf. Foto: Jacob Hilsdorf / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1847 bis 1935
  • Funktion: Maler des deutschen Impressionismus
  • Wannsee-Bezug: Sommervilla am Großen Wannsee seit 1910
  • Spuren heute: Liebermann-Villa als Museum mit Garten

Max Liebermann, Wortführer der Berliner Secession, erwarb 1909 eines der letzten Ufergrundstücke in der Villenkolonie Alsen am Großen Wannsee. 1910 zog der Maler in die fertige Villa, deren Garten er nach eigenen Vorstellungen anlegen ließ.2

In diesem rund 7000 Quadratmeter großen Garten entstanden über die Jahre mehr als zweihundert Gemälde, der Ort wurde zur wichtigsten Inspirationsquelle seines Spätwerks. Seit 2006 ist die Liebermann-Villa ein Museum, das an den Maler und seinen Garten am Wannsee erinnert.

3. Adolf von Harnack

Adolf von Harnack, Porträtaufnahme.
Adolf von Harnack, Porträtaufnahme. Foto: unbekannt / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1851 bis 1930
  • Funktion: Theologe und Wissenschaftsorganisator
  • Dahlem-Bezug: Gründungspräsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
  • Spuren heute: Harnack-Haus in Dahlem trägt seinen Namen

Adolf von Harnack war als Kirchenhistoriker bekannt, doch seine größte Wirkung entfaltete er als Wissenschaftsorganisator. 1911 wurde er erster Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die in Dahlem den ersten deutschen Forschungscampus auf freiem Feld errichtete.3

Bis zu seinem Tod 1930 prägte Harnack den Aufbau der Institute, die Dahlem zum deutschen Oxford machten. Das 1929 eröffnete Harnack-Haus, heute ein Tagungs- und Begegnungszentrum der Max-Planck-Gesellschaft, hält seinen Namen im Bezirk lebendig.

4. Emil Fischer

Emil Fischer, Fotografie von Rudolf Dührkoop.
Emil Fischer, Fotografie von Rudolf Dührkoop. Foto: Rudolf Dührkoop / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1852 bis 1919
  • Funktion: Chemiker, Nobelpreis 1902
  • Dahlem-Bezug: Mitbegründer der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
  • Spuren heute: Ehrengrab auf dem Friedhof Wannsee

Emil Fischer erhielt 1902 als erster deutscher Chemiker den Nobelpreis, ausgezeichnet für seine Arbeiten zur Zucker- und Puringruppe. Gemeinsam mit Adolf von Harnack gehörte er zu den treibenden Kräften bei der Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem.4

Ein Standbild Fischers stand später im Garten eines Dahlemer Instituts an der Garystraße. Bestattet wurde der Chemiker in einem Ehrengrab auf dem Friedhof Wannsee an der Lindenstraße, womit auch sein Grab im Bezirk liegt.

5. Hermann Muthesius

Hermann Muthesius, Porträt von 1911.
Hermann Muthesius, Porträt von 1911. Foto: Fritz Wolff / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1861 bis 1927
  • Funktion: Architekt und Reformer des Landhausbaus
  • Nikolassee-Bezug: Eigenes Landhaus an der Potsdamer Chaussee
  • Spuren heute: Landhaus Muthesius steht unter Denkmalschutz

Hermann Muthesius prägte den deutschen Landhausbau wie kein Zweiter und brachte Anregungen aus England nach Berlin. 1906/07 ließ er nach eigenen Plänen sein Wohnhaus mit Garten in der Villenkolonie Nikolassee oberhalb der Rehwiese errichten.5

Von Nikolassee aus entwarf er zahlreiche weitere Landhäuser, darunter das benachbarte Haus Freudenberg. Muthesius gehörte zu den Architekten, die Nikolassee und den Westen am Schlachtensee maßgeblich gestalteten, sein eigenes Landhaus an der Potsdamer Chaussee steht heute unter Denkmalschutz.

6. Lise Meitner

Lise Meitner, Aufnahme von Harris & Ewing.
Lise Meitner, Aufnahme von Harris & Ewing. Foto: Harris & Ewing / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1878 bis 1968
  • Funktion: Physikerin
  • Dahlem-Bezug: Forschung am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie
  • Bekannt für: Deutung der Kernspaltung 1938/39

Lise Meitner arbeitete seit 1912 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Dahlem, wo sie mit Otto Hahn über Jahrzehnte ein Forscherpaar bildete. Im Gebäude an der Thielallee untersuchte das Team, was geschieht, wenn Uran mit Neutronen beschossen wird.6

Nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten 1938 berechnete Meitner mit ihrem Neffen Otto Frisch, dass die in Dahlem chemisch beobachtete Kernspaltung physikalisch möglich war. Ihr Anteil wurde lange übersehen, seit 2010 trägt das Gebäude den Namen Hahn-Meitner-Bau.

7. Albert Einstein

Albert Einstein, Aufnahme von Ferdinand Schmutzer, 1921.
Albert Einstein, Aufnahme von Ferdinand Schmutzer, 1921. Foto: Ferdinand Schmutzer / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1879 bis 1955
  • Funktion: Physiker, Nobelpreis 1921
  • Dahlem-Bezug: Wohnte 1914 in der Ehrenbergstraße
  • Heute: Forschungsumfeld der Kaiser-Wilhelm-Institute

Als Albert Einstein 1914 von Zürich nach Berlin an die Preußische Akademie der Wissenschaften kam, bezog er mit seiner Familie eine Wohnung in der Ehrenbergstraße 33 in Dahlem. Hier lebte er von April bis Ende Dezember 1914, ehe er innerhalb Berlins umzog.7

In dieser Zeit hatte Einstein als wissenschaftlicher Gast ein Arbeitszimmer im Dahlemer Institut Fritz Habers. Sein kurzer Aufenthalt fällt mitten in die Jahre, in denen er an der allgemeinen Relativitätstheorie arbeitete, und verbindet den größten Physiker des Jahrhunderts mit dem Wissenschaftsviertel Dahlem.

8. Otto Hahn

Otto Hahn, Aufnahme der Nobelstiftung.
Otto Hahn, Aufnahme der Nobelstiftung. Foto: Nobel Foundation / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1879 bis 1968
  • Funktion: Chemiker, Nobelpreis 1944
  • Dahlem-Bezug: Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie
  • Bekannt für: Entdeckung der Kernspaltung in Dahlem

Otto Hahn leitete seit 1926 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Dahlem. Am 17. Dezember 1938 wies er dort gemeinsam mit Fritz Straßmann nach, dass Urankerne durch Neutronenbeschuss zerfallen, die experimentelle Grundlage der Kernspaltung.8

Den Nobelpreis für Chemie 1944 erfuhr Hahn erst in britischer Gefangenschaft nach dem Krieg. Das Dahlemer Institutsgebäude an der Thielallee, in dem die Entdeckung gelang, trägt heute den Namen Hahn-Meitner-Bau und erinnert an die Arbeit, die von hier in die Welt ging.

9. Otto Warburg

Otto Warburg, Aufnahme von Georg Pahl.
Otto Warburg, Aufnahme von Georg Pahl. Foto: Georg Pahl / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1883 bis 1970
  • Funktion: Biochemiker, Nobelpreis 1931
  • Dahlem-Bezug: Direktor des KWI für Zellphysiologie
  • Spuren heute: Institutsstandort an der Garystraße in Dahlem

Otto Warburg forschte seit 1918 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Dahlem, ehe seine Abteilung 1929/30 als eigenes Kaiser-Wilhelm-Institut für Zellphysiologie verselbstständigt wurde. Bis 1967 blieb er dessen alleiniger Direktor in Dahlem.9

Für seine Arbeiten zum Atmungsferment erhielt Warburg 1931 den Nobelpreis für Medizin. Seine Nähe zur Physik führte mit dazu, dass in unmittelbarer Nachbarschaft seines Instituts in Dahlem auch das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik geplant wurde.

10. Manfred von Richthofen

Manfred von Richthofen, der Rote Baron.
Manfred von Richthofen, der Rote Baron. Foto: C. J. von Dühren / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1892 bis 1918
  • Funktion: Jagdflieger im Ersten Weltkrieg
  • Lichterfelde-Bezug: Kadett der Hauptkadettenanstalt
  • Bekannt für: Der Rote Baron

Manfred von Richthofen, als Roter Baron zur Legende geworden, besuchte von 1909 bis 1911 die Preußische Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde. Die Anstalt war die zentrale Kaderschmiede des preußischen Heeres, ihre Zöglinge wurden Lichterfelder genannt.10

Erst nach dieser militärischen Ausbildung wandte sich Richthofen der Fliegerei zu und wurde zum erfolgreichsten Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Das weitläufige Kadettengelände in Lichterfelde beherbergt heute das Bundesarchiv.

11. Werner Heisenberg

Werner Heisenberg, zeitgenössische Aufnahme.
Werner Heisenberg, zeitgenössische Aufnahme. Foto: unbekannt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1901 bis 1976
  • Funktion: Physiker, Nobelpreis 1932
  • Dahlem-Bezug: Leiter des KWI für Physik ab 1942
  • Bekannt für: Unschärferelation der Quantenmechanik

Werner Heisenberg zählt mit seiner Unschärferelation zu den Begründern der modernen Quantenmechanik, wofür er 1932 den Nobelpreis erhielt. Ab 1942 übernahm er die Leitung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Dahlem.11

Das Institut war seit 1930 in unmittelbarer Nähe zu Otto Warburgs Einrichtung in Dahlem geplant worden. In den Kriegsjahren wurde von hier aus an Fragen der Kernphysik gearbeitet, womit Heisenbergs Name eng mit dem Dahlemer Forschungsviertel verbunden bleibt.

12. Manfred von Ardenne

Manfred von Ardenne, Porträtaufnahme.
Manfred von Ardenne, Porträtaufnahme. Foto: unbekannt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1907 bis 1997
  • Funktion: Physiker und Erfinder
  • Lichterfelde-Bezug: Privates Forschungslabor seit 1928
  • Bekannt für: Erste vollelektronische Fernsehübertragung

Manfred von Ardenne hielt im Lauf seines Lebens rund 600 Patente und gehörte zu den produktivsten Erfindern der angewandten Physik. 1928 richtete er in Berlin-Lichterfelde sein privates Forschungslaboratorium für Elektronenphysik ein, das er bis 1945 leitete.12

In diesem Labor gelang ihm am 14. Dezember 1930 die erste vollelektronische Fernsehübertragung mit einer Braunschen Röhre. Von Lichterfelde aus arbeitete er außerdem am Rasterelektronenmikroskop, das die Mikroskopie revolutionierte.

13. Willy Brandt

Willy Brandt, Aufnahme von Engelbert Reineke.
Willy Brandt, Aufnahme von Engelbert Reineke. Foto: Engelbert Reineke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1913 bis 1992
  • Funktion: Regierender Bürgermeister und Bundeskanzler
  • Zehlendorf-Bezug: Wohnte am Marinesteig in Schlachtensee
  • Spuren heute: Ehrengrab auf dem Waldfriedhof Zehlendorf

Willy Brandt lebte von 1957 bis 1964 mit seiner Familie in einem Doppelhaus am Marinesteig 14 in der Marinesiedlung in Zehlendorf, oberhalb des Schlachtensees. In diese Jahre fielen seine Zeit als Präsident des Abgeordnetenhauses und der Beginn seiner Amtszeit als Regierender Bürgermeister, eine Gedenktafel erinnert dort an ihn.13

Nach seinem Tod 1992 fand der spätere Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger seine letzte Ruhe in einem Ehrengrab auf dem Waldfriedhof Zehlendorf. Es ist bis heute das bekannteste Grab dieses Friedhofs.

14. Ingeborg Drewitz

  • Lebensdaten: 1923 bis 1986
  • Funktion: Schriftstellerin
  • Zehlendorf-Bezug: Lebte von 1946 bis 1986 in Zehlendorf
  • Spuren heute: Ingeborg-Drewitz-Bibliothek und Ehrengrab

Ingeborg Drewitz, in Berlin geboren und in Friedenau aufgewachsen, lebte von 1946 bis zu ihrem Tod 1986 in Zehlendorf. Als sozial und politisch engagierte Schriftstellerin setzte sie sich für Benachteiligte ein, ihr bekanntester Roman ist Gestern war heute.14

Der Bezirk hält ihr Andenken doppelt wach: Die Bezirkszentralbibliothek trägt seit 1991 ihren Namen, und ihr Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Zehlendorf. Damit gehört sie zu den eng mit Steglitz-Zehlendorf verbundenen Stimmen der Nachkriegsliteratur.

15. Götz George

Götz George bei der ROMY-Verleihung 2009.
Götz George bei der ROMY-Verleihung 2009. Foto: Manfred Werner (Tsui) / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
  • Lebensdaten: 1938 bis 2016
  • Funktion: Schauspieler
  • Zehlendorf-Bezug: Wohnte am Schlachtensee in Zehlendorf
  • Bekannt für: Tatort-Kommissar Schimanski

Götz George, in Berlin geboren als Sohn der Schauspieler Heinrich George und Berta Drews, wurde mit der Rolle des ruppigen Kommissars Schimanski zur Fernsehlegende. Trotz seiner Karriere blieb er seiner Heimatstadt treu und wohnte in einer Villa direkt am Schlachtensee in Zehlendorf.15

Sein dortiges Anwesen an der Terrassenstraße beherbergt heute die Götz-George-Stiftung, die Schauspieler in seinem Namen fördert. So bleibt der Bezirk mit einem der populärsten deutschen Charakterdarsteller verbunden.

16. Rudi Dutschke

Rudi Dutschke, Aufnahme von 1976.
Rudi Dutschke, Aufnahme von 1976. Foto: Hans Peters for Anefo / Wikimedia Commons (CC0)
  • Lebensdaten: 1940 bis 1979
  • Funktion: Wortführer der Studentenbewegung
  • Dahlem-Bezug: Studium an der Freien Universität, lebte in Dahlem
  • Spuren heute: Grab auf dem St.-Annen-Kirchhof in Dahlem

Rudi Dutschke wurde an der Freien Universität Berlin in Dahlem zur Galionsfigur der Studentenbewegung der 1960er Jahre. Zeitweise wohnte er in Dahlem im Haus des befreundeten Theologieprofessors Helmut Gollwitzer, wo er auch zur Zeit des Attentats auf ihn 1968 lebte.16

An den Spätfolgen dieses Attentats starb Dutschke 1979. Bestattet wurde er unter großer Anteilnahme auf dem St.-Annen-Kirchhof in Dahlem, wo sein Grab bis heute an ihn erinnert.

Ausblick

Steglitz-Zehlendorf war nie das laute Zentrum Berlins, und genau das machte den Bezirk attraktiv. Wer Ruhe zum Forschen, zum Malen oder zum Schreiben suchte, fand sie hier zwischen Wald, Wasser und Wissenschaft. Dass aus dieser Abgeschiedenheit Entdeckungen hervorgingen, die das 20. Jahrhundert prägten, gehört zu den großen Widersprüchen der Berliner Stadtgeschichte.

Die Namen auf dieser Liste erzählen von einem Bezirk, der Talente angezogen und Spuren bewahrt hat. Viele dieser Spuren sind bis heute sichtbar, in Gärten und Gräbern, in Instituten und an Hauswänden. Sie laden dazu ein, den eigenen Bezirk mit anderen Augen zu sehen.

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