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Nachrichten aus Steglitz-Zehlendorf
Lokales

Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Steglitz-Zehlendorf

Von der Agentenbrücke über die Pfaueninsel bis zu den Waldseen am Stadtrand: ein Streifzug durch den grünsten und vielleicht schönsten Bezirk im Südwesten Berlins.

Von Florian Reimann | 16. Juni 2026
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Steglitz-Zehlendorf © Uwca at German Wikipedia / Wikimedia Commons (Public domain)
Die Glienicker Brücke über die Havel, weltbekanntes Wahrzeichen an der Grenze von Berlin-Wannsee nach Potsdam.

Steglitz-Zehlendorf trägt den Ruf des wohlhabenden, etwas verschlafenen Villenbezirks vor sich her, und übersieht dabei gern, wie viel Weltgeschichte und Weltkulturerbe hier auf engem Raum liegt. Über keine Brücke Berlins ist mehr Spionagefilm gedreht worden als über die Glienicker, an keinem Seeufer der Stadt liegt im Sommer mehr Berlin auf dem Handtuch als am Wannsee. Wer vom Zentrum aus die S-Bahn Richtung Südwesten nimmt, ist in einer guten halben Stunde mitten in preußischer Schlösserlandschaft, im ältesten erhaltenen Bauwerk Berlins oder am Rand eines Sees, der aussieht wie tief in Brandenburg.

Der Bezirk reicht von den dichten Wohnstraßen rund um die Schlossstraße in Steglitz bis an die Havel und die Glienicker Lagune, und er versammelt fast alles, was eine gute Sehenswürdigkeitenliste braucht: Brücken und Schlösser, Wald und Wasser, einen botanischen Garten von Weltrang, einen Ort der dunkelsten deutschen Geschichte und die schönsten Badeseen der Stadt. Diese 13 lohnen die Fahrt, geordnet vom Berühmtesten zum stillen Geheimtipp.

Was dich erwartet

1. Glienicker Brücke

Die stählerne Glienicker Brücke über die Havel, im Hintergrund Potsdam © Unknown author Unknown author
Die Glienicker Brücke spannt sich über die Havel und verbindet Berlin-Wannsee mit Potsdam. Foto: Unknown author Unknown author, Public domain, via Wikimedia Commons.

Keine andere Brücke Berlins ist so oft fotografiert, verfilmt und beschrieben worden. Die stählerne Bogenbrücke über die Havel verbindet den Wannsee mit Potsdam und markierte im Kalten Krieg die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR. Hier tauschten Ost und West dreimal gefangene Agenten aus, weshalb das Bauwerk weltweit als Bridge of Spies bekannt wurde, zuletzt durch den gleichnamigen Spielberg-Film von 2015.

Die heutige Brücke wurde 1907 eingeweiht und nach Kriegsschäden wieder aufgebaut. Bis 1989 lief mitten über die Fahrbahn die Demarkationslinie, eine schmale Markierung trennte zwei Welten. Heute kann man frei hinüberspazieren, und genau das ist der Reiz: einmal die Stadtgrenze überqueren, drüben das Schloss Babelsberg im Park sehen, dann zurück nach Berlin.

Erreichbar ist die Brücke vom S-Bahnhof Wannsee mit dem Bus 316, der direkt am westlichen Brückenkopf hält. Am schönsten ist es am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief über der Havel steht und die Ausflugsdampfer unter den Bögen durchgleiten.

2. Pfaueninsel

Das weiße Lustschloss auf der Pfaueninsel mit zwei Türmen © Matthias Süßen
Das weiße Schlösschen auf der Pfaueninsel mit seinen beiden Rundtürmen. Foto: Matthias Süßen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Mitten in der Havel liegt eine knapp einen Kilometer lange Insel, die seit 1990 zum UNESCO-Welterbe der Potsdamer und Berliner Schlösser und Gärten gehört. Friedrich Wilhelm II. ließ hier ab 1794 ein verspieltes weißes Lustschloss errichten, das wie eine künstliche Ruine mit zwei Türmen wirkt und über eine gusseiserne Brücke verbunden ist. Der Landschaftspark stammt in seiner heutigen Form von Peter Joseph Lenné.

Über die Insel stolzieren bis heute echte Pfauen, die ihr den Namen gaben, dazu leben hier Wasserbüffel und seltene Vögel. Autos und Fahrräder bleiben am Festland, selbst Hunde dürfen nicht mit, und das macht den besonderen, fast feierlichen Frieden dieses Ortes aus. Man setzt mit einer kleinen Fähre über, die wenige Minuten braucht.

Vom S-Bahnhof Wannsee bringt der Bus 218 die Besucher bis zur Fähranlegestelle. Die Insel ist ganzjährig zugänglich, das Schloss von April bis Oktober. Ein Inselrundgang dauert gut zwei Stunden, und kaum ein Ausflug fühlt sich so weit weg von der Großstadt an.

3. Strandbad Wannsee

Der lange Sandstrand des Strandbads Wannsee mit Strandkörben © Axel Mauruszat
Der über einen Kilometer lange Sandstrand des Strandbads Wannsee mit seinen Strandkörben. Foto: Axel Mauruszat, CC BY 2.0 de, via Wikimedia Commons.

Das Strandbad Wannsee ist eines der größten Binnenseebäder Europas und seit über hundert Jahren der Sehnsuchtsort der schwitzenden Berliner. Der über einen Kilometer lange Sandstrand wurde eigens aufgeschüttet, das markante Bäderensemble aus Backstein entstand zwischen 1929 und 1930 nach Plänen von Richard Ermisch und Martin Wagner, ein Hauptwerk der Bädermoderne der Weimarer Zeit.

Schon in den zwanziger Jahren kamen an heißen Tagen Hunderttausende, und das alte Schlagerlied vom Packen der Badehose hat den Ort endgültig zum Mythos gemacht. Heute reihen sich Strandkörbe vor dem Wasser, es gibt Sprungtürme, eine lange Promenade und Imbisse, und an einem Hochsommertag liegt hier gefühlt der halbe Bezirk.

Der S-Bahnhof Nikolassee liegt nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Die Saison reicht etwa von Mai bis September. Wer den Trubel scheut, kommt am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Sonne über dem großen Wannsee versinkt und das Wasser ruhig wird.

4. Schloss Glienicke

Das klassizistische Schloss Glienicke mit Säulen und Brunnen im Park © Suse
Das klassizistische Schloss Glienicke im Park von Klein-Glienicke nahe der Havel. Foto: Suse, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Gleich am Berliner Brückenkopf der Glienicker Brücke beginnt der Park von Klein-Glienicke, ein klassizistisches Gesamtkunstwerk und ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes. Karl Friedrich Schinkel baute hier ab 1825 für den Prinzen Carl von Preußen ein italienisch inspiriertes Schloss um, Peter Joseph Lenné gestaltete den Park, der die Havellandschaft wie ein Gemälde rahmt.

Prinz Carl war ein leidenschaftlicher Sammler antiker Fragmente, und so finden sich überall im Garten Säulenreste, Sarkophage und steinerne Löwen. Zu den schönsten Bauten gehören die Große Neugierde, ein runder Aussichtspavillon am Straßenrand, und das Casino mit Blick auf die Havel. Der Garten ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.

Man erreicht den Park mit dem Bus 316 ab S-Bahnhof Wannsee. Besonders lohnt sich der Besuch im Verbund mit der gegenüberliegenden Brücke und dem benachbarten Park Babelsberg, sodass sich ein ganzer Nachmittag in preußischer Gartenkunst verbringen lässt.

5. Botanischer Garten Berlin

Das große historische Tropengewächshaus des Botanischen Gartens in Dahlem © Axel Mauruszat
Das Große Tropenhaus, das Wahrzeichen des Botanischen Gartens in Berlin-Dahlem. Foto: Axel Mauruszat, Attribution, via Wikimedia Commons.

Mit über 43 Hektar und rund 20.000 Pflanzenarten gehört der Botanische Garten in Dahlem zu den drei größten und artenreichsten der Welt. Angelegt wurde er zwischen 1897 und 1910 nach Plänen von Adolf Engler, der die Pflanzenwelt der Erde nach ihren Lebensräumen ordnete, sodass man auf einem Spaziergang von der Alpenflora bis in die Steppe wandern kann.

Das Herzstück ist das Große Tropenhaus, eine gewaltige Stahl-Glas-Konstruktion und eines der höchsten Gewächshäuser der Welt. Drinnen wachsen Palmen und Bambus bis unters Dach, dazu kommen weitere historische Schauhäuser mit Kakteen, Orchideen und Seerosen. Zum Garten gehört außerdem das Botanische Museum, das einzige seiner Art in Mitteleuropa.

Der eigene S-Bahnhof Botanischer Garten und der U-Bahnhof Dahlem-Dorf liegen jeweils nur wenige Minuten entfernt. Der Garten hat ganzjährig geöffnet, im Sommer wird er bis zum Abend zur grünen Oase, im Winter sind vor allem die warmen Gewächshäuser ein Ziel.

6. Schlachtensee

Das bewaldete Ufer des Schlachtensees mit ruhiger Wasserfläche © Lukas Beck
Der von Wald gesäumte Schlachtensee mit seinem rundum führenden Uferweg. Foto: Lukas Beck, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Der Schlachtensee ist der vielleicht beliebteste Badesee der Berliner und liegt eingebettet in den Grunewald, eine schmale, langgezogene Rinnenseenkette aus der Eiszeit. Das Wasser gilt als besonders sauber, und ein gut fünf Kilometer langer Uferweg führt einmal um den ganzen See, vorbei an alten Buchen, kleinen Badebuchten und dem traditionsreichen Ausflugslokal Fischerhütte.

Anders als am Wannsee gibt es hier kein eingezäuntes Strandbad, sondern viele kleine, frei zugängliche Badestellen. Im Sommer springen Schwimmer einfach vom Ufer ins Wasser, Stand-up-Paddler ziehen über die Fläche, und abends sitzen die Anwohner mit Picknick am Steg. Es ist ein See, der sich eher wie Brandenburg anfühlt als wie Berlin.

Der gleichnamige S-Bahnhof Schlachtensee liegt nur wenige Minuten vom Wasser entfernt. Wer mag, verbindet die Runde mit dem unmittelbar benachbarten See, der Krummen Lanke, zu einem langen Spaziergang durch den Wald.

7. Krumme Lanke

Die Krumme Lanke, ein langgestreckter Waldsee mit grünem Ufer © Photo: Andreas Praefcke
Die Krumme Lanke, ein stiller Waldsee am Rand des Grunewalds. Foto: Photo: Andreas Praefcke, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons.

Direkt neben dem Schlachtensee liegt sein etwas stillerer Zwilling, die Krumme Lanke. Der Name geht auf das niederdeutsche Wort für eine gekrümmte, langgestreckte Wasserrinne zurück, und genau so liegt der See da: ein schmales, gewundenes Band aus Wasser, von Wald umstanden, ohne Straße am Ufer.

Weil hier kein Lokal und kein Strandbad liegt, ist die Krumme Lanke der ruhigere der beiden Seen. Der Uferweg ist schattig und wurzelig, an heißen Tagen finden sich versteckte Badestellen, und im Wasser spiegeln sich die Kiefern. Wer den Trubel des Schlachtensees meiden will, geht ein paar Hundert Meter weiter und hat den Wald fast für sich.

Der U-Bahnhof Krumme Lanke ist die Endstation der Linie U3 und liegt nur einen kurzen Weg vom See entfernt. Beide Seen lassen sich an einem Nachmittag zu einer großen Acht verbinden, mit Bad im einen und Stille am anderen.

8. Jagdschloss Grunewald

Das weiße Renaissance-Jagdschloss Grunewald am Ufer des Grunewaldsees © Karl-Heinz Meurer (-- Charlie1965nrw )
Das Jagdschloss Grunewald, das älteste erhaltene Schloss Berlins, am Grunewaldsee. Foto: Karl-Heinz Meurer (-- Charlie1965nrw ), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Versteckt am Grunewaldsee steht das älteste erhaltene Schloss Berlins. Kurfürst Joachim II. ließ es 1542 als Renaissance-Jagdschloss errichten, später barock überformt, und heute leuchtet der schlichte weiße Bau über dem Wasser, als hätte ihn die Großstadt schlicht vergessen.

Im Inneren zeigt das Schloss die größte Gemäldesammlung Lucas Cranachs des Älteren und seiner Werkstatt in Deutschland, dazu Porträts der Hohenzollern. In den Nebengebäuden erzählt ein kleines Jagdzeugmagazin von der höfischen Jagd, die hier über Jahrhunderte den Wald prägte. Rundherum liegt der Grunewald, Berlins größter Wald, mit weiten Reit- und Wanderwegen.

Eine direkte Bahnverbindung gibt es nicht, was den Ort umso ruhiger macht: Man wandert vom S-Bahnhof Grunewald oder vom Bus durch den Wald hierher. Das Ufer des Grunewaldsees ist eine der bekanntesten Hundeauslaufstrecken der Stadt, und an manchen Wochenenden tummeln sich hier mehr Hunde als Menschen.

9. Haus der Wannsee-Konferenz

Die herrschaftliche Villa am Großen Wannsee, in der die Wannsee-Konferenz stattfand © A.Savin
Die Villa am Großen Wannsee, heute Gedenk- und Bildungsstätte zur Wannsee-Konferenz. Foto: A.Savin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

In dieser herrschaftlichen Villa am Ufer des Großen Wannsees fand am 20. Januar 1942 die Wannsee-Konferenz statt, auf der hohe Vertreter des NS-Staates die Organisation des Völkermords an den europäischen Juden besprachen. Der scheinbar friedliche, vornehme Ort macht das Grauen umso fassbarer.

Seit 1992 ist das Haus eine Gedenk- und Bildungsstätte. Eine Dauerausstellung dokumentiert den Verlauf der Konferenz, den Weg zum Holocaust und die Schicksale der Verfolgten. Der Eintritt ist frei, und der Besuch gehört zu den eindringlichsten, die der Bezirk zu bieten hat. Es ist kein Ausflugsziel im leichten Sinn, sondern ein Ort, den man kennen sollte.

Die Villa liegt am Großen Wannsee, erreichbar vom S-Bahnhof Wannsee mit dem Bus 114. Direkt vor dem Haus beginnt das Seeufer, und der Kontrast zwischen der Idylle und dem, was hier verhandelt wurde, bleibt nach dem Besuch lange hängen.

10. Domäne Dahlem

Das historische Herrenhaus und der Gutshof der Domäne Dahlem © Karl-Heinz Meurer (-- Charlie1965nrw )
Der historische Gutshof der Domäne Dahlem, ein arbeitendes Landgut mitten in der Stadt. Foto: Karl-Heinz Meurer (-- Charlie1965nrw ), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Mitten im noblen Dahlem liegt ein echter, arbeitender Bauernhof. Die Domäne Dahlem geht auf ein Rittergut zurück, dessen Geschichte sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt, und ist heute ein Freilichtmuseum für Landwirtschaft und Ernährung. Auf den Feldern wächst Getreide, im Stall stehen Schweine, Schafe und Pferde, und Kinder treffen hier zum ersten Mal eine echte Kuh.

Das barocke Herrenhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert, drumherum gruppieren sich Scheunen, ein Gutshof und ein historischer Krämerladen. Auf dem Wochenmarkt und bei den großen Hoffesten verkaufen regionale Erzeuger ihre Produkte, der Eintritt auf das Gelände ist frei, nur die Ausstellungen kosten Eintritt.

Praktischer geht es kaum: Der U-Bahnhof Dahlem-Dorf liegt unmittelbar vor dem Tor, sein reetgedecktes Empfangsgebäude gilt als einer der schönsten U-Bahnhöfe Berlins. Von hier sind es nur wenige Schritte über die Straße auf den Hof.

11. Liebermann-Villa

Die Liebermann-Villa am Wannsee mit ihrem Garten zum Wasser hin © A.Savin
Die Sommervilla des Malers Max Liebermann am Ufer des Wannsees mit ihrem berühmten Garten. Foto: A.Savin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Der Maler Max Liebermann, einer der wichtigsten deutschen Impressionisten, ließ sich 1909 am Ufer des Wannsees eine Sommervilla bauen, die er sein Schloss am See nannte. Den Garten gestaltete er selbst nach Vorbildern der Gartenreform, und dieser Garten wurde zu seinem großen Spätwerk: Über zweihundert Gemälde malte er von den Blumenterrassen, den Birkenwegen und dem Blick aufs Wasser.

Heute ist die Villa ein Museum, das Liebermanns Leben und Werk zeigt und den Garten nach historischen Plänen rekonstruiert hat. Man wandelt durch dieselben Beete, die der Maler auf der Leinwand festhielt, und sieht vom Café aus auf den See. Es ist einer der stilleren, kultiviertesten Orte am Wannsee.

Die Villa liegt am Großen Wannsee nahe dem Haus der Wannsee-Konferenz, erreichbar vom S-Bahnhof Wannsee mit dem Bus 114. Am schönsten ist der Besuch im Sommer, wenn der Garten in voller Blüte steht und die Farben den Bildern an der Wand verblüffend nahekommen.

12. Bahnhof Berlin Mexikoplatz

Das Jugendstil-Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Mexikoplatz © Roehrensee
Das denkmalgeschützte Jugendstil-Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Mexikoplatz. Foto: Roehrensee, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Der S-Bahnhof Mexikoplatz ist einer der schönsten Bahnhöfe Berlins und ein kleines Juwel des Jugendstils. Das Empfangsgebäude von 1904 mit seinen geschwungenen Formen, dem Türmchen und den filigranen Verzierungen steht unter Denkmalschutz und wirkt eher wie ein Kurort-Pavillon als wie eine Vorortstation.

Drumherum liegt der namensgebende Mexikoplatz, eine elegante, halbrund angelegte Platzanlage aus der Gründerzeit, gesäumt von Villen und Cafés. Der Name geht auf die Verbundenheit mit dem fernen Land zurück und gibt dem ganzen Quartier einen mondänen, fast südlichen Anstrich. Hier lässt sich gut einen Kaffee trinken und das gepflegte Zehlendorf betrachten.

Der Bahnhof liegt an der S-Bahn-Linie S1 und ist damit direkt aus dem Zentrum erreichbar. Er ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für den Weg zum nahen Schlachtensee, sodass sich Architektur und Natur an einem Nachmittag verbinden lassen.

13. Grunewaldturm

Der rote Backsteinturm Grunewaldturm hoch über der Havel © Times
Der Grunewaldturm aus rotem Backstein auf der Havelhöhe, ein neugotischer Aussichtsturm. Foto: Times, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Hoch über der Havel steht der Grunewaldturm, ein neugotischer Backsteinturm, der 1897 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet wurde, weshalb er früher Kaiser-Wilhelm-Turm hieß. Mit seinen 55 Metern krönt er den höchsten Punkt der Havelchaussee, eine Aussichtsplattform belohnt den Aufstieg über die Wendeltreppe.

Von oben reicht der Blick weit über die Havel, die Pfaueninsel, den Grunewald und bei klarer Sicht bis nach Potsdam und Spandau. Es ist einer der wenigen frei zugänglichen Aussichtspunkte im sonst flachen Berlin, und der Weg hinauf durch den Wald ist Teil des Vergnügens. Am Fuß des Turms lädt ein Biergarten zur Rast.

Der Turm liegt etwas abseits der Bahn, erreichbar mit dem Bus 218 entlang der Havelchaussee oder zu Fuß durch den Grunewald. Besonders lohnt sich der Besuch am Spätnachmittag, wenn die Sonne über der Havel steht und das Wasser unten zu glänzen beginnt.

Drei Geheimtipps für später
  • Onkel Toms Hütte und die Waldsiedlung Zehlendorf: Rund um den U-Bahnhof mit dem kuriosen Namen Onkel Toms Hütte liegt eine der bedeutendsten Siedlungen der klassischen Moderne, die Waldsiedlung Zehlendorf von Bruno Taut. Die farbenfrohen Reihenhäuser aus den zwanziger Jahren, im Volksmund Papageiensiedlung genannt, zeigen das soziale Bauen der Weimarer Zeit. Direkt im U-Bahnhof verläuft eine alte Ladenstraße unter freiem Himmel.
  • Museumszentrum Dahlem und das Brücke-Museum: Dahlem ist seit jeher Berlins Museumsquartier abseits der Touristenströme. Am Rand des Grunewalds liegt das Brücke-Museum, ein klarer Nachkriegsbau, der die Kunst der Expressionisten-Gruppe Die Brücke zeigt. In der Nähe lädt der Skulpturengarten des benachbarten Künstlerhauses zum Verweilen ein, ein stiller Gegenpol zum Trubel der Innenstadt.
  • Bäkepark und der Teltowkanal: Wer Steglitz und Lichterfelde zu Fuß erkunden will, folgt dem grünen Band von Bäke und Teltowkanal. Der schmale Bäkepark zieht sich durch alte Villengärten, der Treidelweg am Teltowkanal führt kilometerweit am Wasser entlang, vorbei an alten Brücken und Bootshäusern. Ein unspektakulärer, aber überraschend schöner Spaziergang fernab der bekannten Ziele.

Steglitz-Zehlendorf belohnt jeden, der sich von den klassischen Berlin-Routen löst. An einem einzigen langen Tag lassen sich Weltkulturerbe, ein Waldsee und ein Stück deutscher Geschichte verbinden, und am Abend sitzt man mit nassen Haaren am Seeufer, als läge die Großstadt Lichtjahre entfernt.

Wer mehr Zeit mitbringt, teilt sich den Bezirk auf: einen Tag für die Havelschlösser zwischen Glienicker Brücke und Pfaueninsel, einen für die Seen und den Grunewald, einen für Dahlem mit Botanischem Garten und Domäne. Langweilig wird der grüne Südwesten dabei nie.

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Florian Reimann
Florian Reimann
Freier Journalist

Freiberuflicher Journalist, zugezogen aus Hamburg, inzwischen überzeugter Zehlendorfer. Schreibt bevorzugt über Lokalpolitik und scheut sich nicht vor unbequemen Fragen im Rathaus.

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